Horst Krause: Sein Leben, seine Karriere und die Geschichte hinter Polizeihauptmeister Krause
Horst Krause gehörte zu den Schauspielern, deren Figuren beim deutschen Publikum lange in Erinnerung bleiben. Seine Karriere führte ihn vom gelernten Dreher über die Theaterbühne bis zu bekannten Film- und Fernsehproduktionen. Besonders eng verbunden war sein Name mit dem Polizeihauptmeister aus Polizeiruf 110 und der späteren Krause-Filmreihe. Doch hinter dieser bekannten Rolle stand ein Schauspieler mit einer langen Theatergeschichte, wichtigen Kinofilmen und einer ungewöhnlichen beruflichen Entwicklung. Horst Krause starb am 5. September 2025 im Alter von 83 Jahren in Teltow und hinterließ ein vielseitiges Werk im deutschen Film und Fernsehen.
| Merkmal | Informationen |
|---|---|
| Name | Horst Krause |
| Geburtsdatum | 18. Dezember 1941 |
| Geburtsort | Bönhof, Westpreußen |
| Sterbedatum | 5. September 2025 |
| Alter | 83 Jahre |
| Beruf | Schauspieler |
| Ausbildung | Staatliche Schauspielschule Berlin-Schöneweide |
| Früherer Beruf | Dreher |
| Bekannt für | Polizeiruf 110, Polizeihauptmeister Krause |
| Wichtiger Film | Wir können auch anders… |
| Weitere bekannte Rolle | Schultze in Schultze Gets the Blues |
| Weitere Filmfigur | Paul Krüger |
| Theaterstationen | Landestheater Parchim, Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt, Staatsschauspiel Dresden |
| Auszeichnung | Deutscher Filmpreis |
| Weitere Ehrung | Verdienstorden des Landes Brandenburg |
| Letzter Film | Krauses Weihnacht (2022) |
| Todesort | Teltow |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch |
| Kategorie | Prominente |
Kindheit und Herkunft von Horst Krause
Horst Krause wurde am 18. Dezember 1941 in Bönhof im damaligen Westpreußen geboren. Er war das jüngste von fünf Kindern und wuchs zunächst in einer Zeit auf, die durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs geprägt war. Nach der Vertreibung seiner Familie kam er nach Ludwigsfelde in Brandenburg, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Sein Vater kehrte 1948 aus sowjetischer Gefangenschaft zurück, wodurch die Familie nach den schwierigen Nachkriegsjahren wieder zusammengeführt wurde. Diese frühen Erfahrungen mit Flucht, Neubeginn und dem Leben in Brandenburg bildeten einen persönlichen Hintergrund, der später gut zu vielen seiner bodenständigen Rollen passte.
Vom Handwerk zur Schauspielerei
Bevor Horst Krause Schauspieler wurde, hatte er einen ganz anderen beruflichen Weg eingeschlagen. Er absolvierte eine Ausbildung zum Dreher und arbeitete bei den Brandenburger Traktorenwerken. Seine Verbindung zur Schauspielerei entstand zunächst über einen Jugendklub, bei dessen Produktionen er ab 1961 mitwirkte. Ein älterer Arbeitskollege soll ihn schließlich dazu ermutigt haben, sich intensiver mit der Schauspielerei zu beschäftigen. Damit begann ein Weg, der ihn aus dem industriellen Arbeitsleben auf die professionelle Bühne führen sollte.
Ausbildung und erste Jahre am Theater
Von 1964 bis 1967 studierte Horst Krause an der Staatlichen Schauspielschule Berlin-Schöneweide, der heutigen Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Die Ausbildung gab ihm die Grundlage für eine Karriere, die zunächst stark vom Theater geprägt war. Nach dem Studium arbeitete er unter anderem am Landestheater Parchim und am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt. Später gehörte er zum Ensemble des Staatsschauspiels Dresden, wo er von 1984 bis 1994 tätig war. In diesen Jahren entwickelte er die Bühnenroutine, die ihm später auch bei Film- und Fernsehrollen zugutekam.
Seine Theaterzeit in der DDR
Die Theaterjahre waren ein wichtiger Teil der Karriere von Horst Krause, auch wenn ein großer Teil des heutigen Publikums ihn vor allem aus dem Fernsehen kennt. Während seiner Zeit an verschiedenen Bühnen übernahm er unterschiedliche Rollen und sammelte Erfahrungen in einem Umfeld, in dem Schauspieler regelmäßig mit anspruchsvollen Theaterstoffen arbeiteten. Gleichzeitig begann Krause bereits während der DDR-Zeit, kleinere Aufgaben für Film und Fernsehen zu übernehmen. Seine Filmkarriere entwickelte sich zunächst langsam und ergänzte seine Arbeit auf der Bühne. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung erhielt seine Laufbahn eine deutlich größere Dynamik.
Der Durchbruch mit „Wir können auch anders…“
Ein entscheidender Wendepunkt für Horst Krause war der Film „Wir können auch anders…“ aus dem Jahr 1993. Unter der Regie von Detlev Buck spielte er die Figur Most und stand dabei gemeinsam mit Joachim Król vor der Kamera. Der Film erzählte mit viel schwarzem Humor von zwei Brüdern, die nach der Wende durch Ostdeutschland reisen und dabei mit den Veränderungen der neuen Zeit konfrontiert werden. Krauses Darstellung wurde beim Publikum und bei der Kritik wahrgenommen und brachte ihm gemeinsam mit Joachim Król den Deutschen Filmpreis als Bester Darsteller ein. Nach diesem Erfolg verlagerte sich sein beruflicher Schwerpunkt zunehmend von der Theaterbühne auf Film und Fernsehen.
Warum diese Rolle für seine Karriere wichtig war
„Wir können auch anders…“ war nicht nur ein erfolgreicher Film, sondern zeigte auch eine Seite von Horst Krause, die später zu einem Markenzeichen wurde. Er konnte Figuren spielen, die direkt, eigenwillig und lebensnah wirkten, ohne dabei eindimensional zu sein. Gerade diese Mischung aus trockenem Humor und menschlicher Wärme machte ihn für viele Regisseure interessant. Seine Rollen wirkten häufig wie Menschen, die dem Publikum tatsächlich im Alltag begegnen könnten. Dadurch entwickelte sich Horst Krause zu einem Schauspieler, dessen Präsenz auch ohne große Gesten auskam.
„Schultze Gets the Blues“ als weiterer Höhepunkt
Ein weiterer wichtiger Film in der Karriere von Horst Krause war „Schultze Gets the Blues“ aus dem Jahr 2003. Darin spielte er den Titelhelden Schultze, einen ehemaligen Bergarbeiter, der nach seinem Berufsleben eine neue Leidenschaft für Bluesmusik entwickelt. Die Geschichte verbindet ruhige Alltagsbeobachtungen mit der persönlichen Suche nach einem neuen Lebensabschnitt. Krause trug den Film mit einer zurückhaltenden Darstellung, bei der Gestik und Mimik oft mehr aussagten als lange Dialoge. Für seine Leistung erhielt er beim Stockholm International Film Festival die Auszeichnung als Bester Hauptdarsteller.
Weitere bekannte Filmrollen
Horst Krause blieb auch nach seinen großen Kinofilmen ein gefragter Darsteller. Er war in Produktionen unterschiedlicher Genres zu sehen und arbeitete mit bekannten deutschen Regisseuren und Schauspielern zusammen. Zu seinen weiteren bekannten Filmen gehören unter anderem „Club Las Piranjas“, „Männerpension“, „Nachtgestalten“ und „Boxhagener Platz“. Später wurde er auch durch die Krüger-Filmreihe einem großen Fernsehpublikum bekannt. Seine Filmografie zeigt deshalb deutlich, dass seine Karriere weit über eine einzelne Fernsehrolle hinausging.
Einige wichtige Produktionen aus seiner Laufbahn sind:
- „Wir können auch anders…“ aus dem Jahr 1993
- „Club Las Piranjas“ aus dem Jahr 1995
- „Männerpension“ aus dem Jahr 1995
- „Nachtgestalten“ aus dem Jahr 1999
- „Schultze Gets the Blues“ aus dem Jahr 2003
- „Boxhagener Platz“ aus dem Jahr 2010
- „Krüger aus Almanya“ aus dem Jahr 2015
- „Krügers Odyssee“ aus dem Jahr 2017
- „Küss die Hand, Krüger“ aus dem Jahr 2018
- „Kryger bleibt Krüger“ aus dem Jahr 2020
- „Krauses Weihnacht“ aus dem Jahr 2022
Horst Krause und Polizeiruf 110
Für viele Fernsehzuschauer ist Horst Krause vor allem mit Polizeiruf 110 verbunden. Ab 1998 verkörperte er den Polizeihauptmeister Horst Krause, der in Brandenburg ermittelte und dabei häufig als bodenständiger und pragmatischer Polizist dargestellt wurde. Zwischen 1998 und 2015 war die Figur in insgesamt 25 Fällen zu sehen. Im Mittelpunkt standen zwar die jeweiligen Kriminalfälle, doch Krauses Figur entwickelte durch seine Persönlichkeit schnell eine eigene Bedeutung innerhalb der Reihe. Sein Charakter unterschied sich deutlich von klassischen, distanziert auftretenden Ermittlerfiguren.
Warum die Figur ebenfalls Horst Krause hieß
Eine besondere Geschichte verbindet den Schauspieler mit seiner Figur in Polizeiruf 110. Der Polizeihauptmeister trug nicht zufällig denselben Namen wie der Schauspieler. Regisseur Bernd Böhlich soll entschieden haben, dass die Figur ebenfalls Horst Krause heißen sollte, weil der Schauspieler selbst für die Rolle so passend erschien. Aus dem Schauspieler Horst Krause wurde damit im Fernsehen der Polizeihauptmeister Horst Krause. Diese Namensgleichheit trug zusätzlich dazu bei, dass beide Namen beim Publikum besonders eng miteinander verbunden wurden.
Der Polizeihauptmeister mit Motorrad und Hund
Auch optisch hatte die Figur einen hohen Wiedererkennungswert. Der Polizeihauptmeister war unter anderem mit einem alten Motorrad unterwegs und wurde von einem Hund begleitet. Die Kombination aus Motorrad, Hund und märkischer Landschaft machte die Figur unverwechselbar. Als Motorrad kam eine Dnepr K750 Molotov zum Einsatz, während im Laufe der Jahre mehrere Hunde die Rolle seines Begleiters übernahmen. Dadurch entstand ein Bild, das bei vielen Zuschauern stärker im Gedächtnis blieb als eine typische Ermittlerfigur aus einem Krimi.
Die verschiedenen Partnerinnen und Ermittlerteams
Während seiner Zeit bei Polizeiruf 110 arbeitete Horst Krauses Figur mit mehreren weiblichen Ermittlerinnen zusammen. Dazu gehörten Wanda Rosenbaum, Johanna Herz und Olga Lenski. Auch während Lenski zeitweise nicht im Einsatz war, wurde Krauses Figur in das jeweilige Ermittlungsumfeld eingebunden. Insgesamt entwickelte sich daraus eine lange Fernsehgeschichte, die sich über viele Jahre erstreckte. Im Film „Ikarus“ aus dem Jahr 2015 wurde der Polizeihauptmeister schließlich in den Ruhestand verabschiedet.
Die eigene Krause-Filmreihe
Das Ende der Figur bei Polizeiruf 110 bedeutete nicht das Ende von Horst Krause als Polizeihauptmeister. Bereits ab 2007 entstand die eigenständige Reihe „Polizeihauptmeister Krause“, in der sein Privatleben stärker im Mittelpunkt stand. Die Geschichten spielten in der fiktiven brandenburgischen Umgebung Schönhorst und beschäftigten sich nicht ausschließlich mit Kriminalfällen. Stattdessen ging es häufig um Familie, Nachbarschaft, persönliche Probleme und gesellschaftliche Fragen. Die Reihe wurde damit zu einer eigenständigen Fortsetzung der bekannten Figur.
Die wichtigsten Krause-Filme
Die Reihe entwickelte sich über viele Jahre und umfasste insgesamt neun Filme. Zu den Produktionen gehörten „Krauses Fest“, „Krauses Kur“, „Krauses Braut“, „Krauses Geheimnis“, „Krauses Glück“, „Krauses Hoffnung“, „Krauses Umzug“, „Krauses Zukunft“ und schließlich „Krauses Weihnacht“. Besonders auffällig ist, dass die Filme nicht versuchten, aus der Figur einen klassischen Actionhelden zu machen. Stattdessen blieben Alltag, Familie und zwischenmenschliche Konflikte im Mittelpunkt.
Zu den Filmen der Reihe gehören:
- „Krauses Fest“ – 2007
- „Krauses Kur“ – 2009
- „Krauses Braut“ – 2011
- „Krauses Geheimnis“ – 2014
- „Krauses Glück“ – 2016
- „Krauses Hoffnung“ – 2019
- „Krauses Umzug“ – 2020
- „Krauses Zukunft“ – 2021
- „Krauses Weihnacht“ – 2022
Familie und gesellschaftliche Themen in den Krause-Filmen
Die Krause-Filme lebten nicht nur von der Hauptfigur. Seine Schwestern Elsa und Meta gehörten ebenfalls zu den wichtigen Figuren der Reihe. Gespielt wurden sie von Carmen-Maja Antoni und Angelika Böttiger. Dadurch bekam die Filmreihe einen familiären Mittelpunkt, der sich von klassischen Krimiserien unterschied. Die Geschichten konnten sich mit Problemen beschäftigen, die näher am normalen Alltag lagen als ein Mordfall oder eine große Ermittlung.
Ein Beispiel dafür ist „Krauses Glück“, in dem Krause eine syrische Flüchtlingsfamilie aufnimmt. Die Handlung verbindet persönliche Konflikte mit Fragen über Zusammenleben, Vorurteile und gesellschaftliche Veränderungen. Horst Krause selbst sah in diesen Filmen mehr als reine Unterhaltung. Die Geschichten sollten auch zeigen, wie Menschen mit Veränderungen und unterschiedlichen Lebenssituationen umgehen.
Horst Krause als Paul Krüger
Eine weitere bekannte Rolle übernahm Horst Krause als Paul Krüger. Die Figur wurde erstmals in „Krüger aus Almanya“ vorgestellt. Krüger ist ein Berliner Witwer mit einer direkten Art und reist nach Antalya, weil er mit der geplanten Hochzeit seiner Enkelin nicht einverstanden ist. Aus dem anfänglichen Konflikt entwickelt sich eine Geschichte, in der Vorurteile, Familie und persönliche Veränderung eine wichtige Rolle spielen. Krause konnte dabei erneut einen älteren Mann darstellen, der zunächst stur wirkt, aber gleichzeitig eine menschliche und humorvolle Seite besitzt.
Die Krüger-Fortsetzungen
Die Figur Paul Krüger wurde nach dem ersten Film weitergeführt. „Krügers Odyssee“ folgte 2017, anschließend kamen „Küss die Hand, Krüger“ im Jahr 2018 und „Kryger bleibt Krüger“ im Jahr 2020. Die Reihe gab Horst Krause die Möglichkeit, eine andere Figur über mehrere Filme hinweg zu entwickeln. Auch hier stand nicht allein der Humor im Vordergrund, sondern die Begegnung unterschiedlicher Menschen und Lebensweisen. Für seine Filmografie sind die Krüger-Filme deshalb eine wichtige Ergänzung zu Polizeiruf 110 und den Krause-Filmen.
Auszeichnungen und Anerkennung
Horst Krause wurde im Laufe seiner Karriere mehrfach ausgezeichnet. Besonders bedeutend war der Deutsche Filmpreis für „Wir können auch anders…“, den er gemeinsam mit Joachim Król als Bester Darsteller erhielt. Für „Schultze Gets the Blues“ wurde er beim Stockholm International Film Festival als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Im Jahr 2012 erhielt Krause außerdem den Verdienstorden des Landes Brandenburg. Die Auszeichnungen zeigen, dass seine Bedeutung nicht nur auf seiner Bekanntheit beim Fernsehpublikum beruhte.
Seine Verbindung zu Brandenburg
Brandenburg spielte im Leben und in der Karriere von Horst Krause eine besondere Rolle. Er wuchs in Ludwigsfelde auf und wurde später vor allem durch Figuren bekannt, die stark mit der märkischen Landschaft verbunden waren. Der Polizeihauptmeister Krause war ein Teil dieser regionalen Fernsehwelt. Auch die späteren Krause-Filme griffen das Leben in einer brandenburgischen Umgebung auf. Dadurch entstand eine Verbindung zwischen dem Schauspieler, seinen Rollen und der Region, die zu einem wichtigen Teil seiner öffentlichen Wahrnehmung wurde.
Der letzte Film von Horst Krause
Mit „Krauses Weihnacht“ erschien 2022 der letzte Film der Reihe und zugleich die letzte Filmproduktion mit Horst Krause. Der Film setzte die Geschichte des bekannten Polizeihauptmeisters fort und brachte noch einmal die vertraute Mischung aus Familie, Alltag und Humor auf den Bildschirm. Für das Publikum bedeutete der Film im Rückblick den letzten Auftritt einer Figur, die Krause über viele Jahre begleitet hatte. Seine Filmkarriere endete damit nicht mit einer spektakulären Hauptrolle, sondern mit einer Figur, die eng mit seinem Namen verbunden war.
Die letzten Jahre und der Tod von Horst Krause
Horst Krause starb am 5. September 2025 im Alter von 83 Jahren in Teltow. Zuletzt lebte er in einem Seniorenheim in der Stadt. Seine Familie machte den Tod wenige Tage später öffentlich, worauf zahlreiche Weggefährten, Fernsehsender und Medien an seine lange Karriere erinnerten. Die Nachricht löste besonders in Brandenburg und bei den Zuschauern von Polizeiruf 110 große Anteilnahme aus. Eine bestätigte Todesursache wurde in den hier zugrunde gelegten Informationen nicht genannt.
Abschied und Beisetzung
Die Beisetzung von Horst Krause fand im Oktober 2025 in Berlin-Mitte statt. Familie, Freunde und langjährige Kollegen nahmen Abschied von dem Schauspieler. Unter den Menschen, die sich an ihn erinnerten, waren auch Weggefährten aus seinen Film- und Fernsehproduktionen. Der Abschied machte noch einmal deutlich, wie lange Krause mit der deutschen Film- und Fernsehlandschaft verbunden war. Seine Karriere hatte sich über mehrere politische und gesellschaftliche Epochen erstreckt.
Der Mensch hinter den bekannten Rollen
Abseits seiner bekannten Figuren wurde Horst Krause als eher bodenständiger und lebensnaher Mensch beschrieben. Erinnerungen von Freunden und Kollegen zeichnen kein Bild eines Schauspielers, der ständig im Mittelpunkt stehen wollte. Stattdessen wird er mit Orten in Berlin und Brandenburg, gutem Essen und seinem persönlichen Umfeld verbunden. Zu den genannten Treffpunkten gehörten die Markthalle in Moabit und das Wirtshaus Grünefeld in Bredow. Solche Details zeigen eine andere Seite des Schauspielers, die in einer reinen Filmografie leicht verloren geht.
Was Horst Krause für das deutsche Fernsehen bedeutete
Horst Krause hinterließ vor allem deshalb einen bleibenden Eindruck, weil seine Figuren glaubwürdig und nahbar wirkten. Er spielte keine makellosen Helden, sondern Menschen mit Ecken, Eigenheiten, Humor und persönlichen Problemen. Besonders der Polizeihauptmeister Krause wurde über viele Jahre zu einer festen Größe im deutschen Fernsehen. Gleichzeitig zeigen Filme wie „Wir können auch anders…“ und „Schultze Gets the Blues“, dass Krauses schauspielerische Fähigkeiten weit über diese eine Rolle hinausgingen. Seine Karriere verbindet Theater, anspruchsvolles Kino, Krimi und unterhaltsame Fernsehfilme.
Die wichtigsten Stationen seiner Karriere im Überblick
- Geburt am 18. Dezember 1941 in Bönhof
- Kindheit und Jugend in Ludwigsfelde
- Ausbildung zum Dreher
- Erste Schauspielerfahrungen ab 1961
- Schauspielstudium von 1964 bis 1967
- Langjährige Theaterarbeit in der DDR
- Durchbruch mit „Wir können auch anders…“ im Jahr 1993
- Erfolg mit „Schultze Gets the Blues“ im Jahr 2003
- Polizeiruf-110-Rolle als Horst Krause ab 1998
- Beginn der eigenständigen Krause-Filmreihe im Jahr 2007
- Paul Krüger in mehreren Fernsehfilmen ab 2015
- Verdienstorden des Landes Brandenburg im Jahr 2012
- Letzter Film „Krauses Weihnacht“ im Jahr 2022
- Tod am 5. September 2025 in Teltow
Häufige Fragen zu Horst Krause
Wie alt wurde Horst Krause?
Horst Krause wurde 83 Jahre alt. Er wurde am 18. Dezember 1941 geboren und starb am 5. September 2025 in Teltow. Damit erstreckte sich sein Leben über mehr als acht Jahrzehnte. Seine Schauspielkarriere dauerte ebenfalls mehrere Jahrzehnte und führte ihn von der Theaterbühne bis zu bekannten Fernsehserien und Kinofilmen.
Wofür war Horst Krause besonders bekannt?
Besonders bekannt wurde Horst Krause als Polizeihauptmeister Horst Krause in Polizeiruf 110. Die Figur war über viele Jahre im deutschen Fernsehen zu sehen und wurde später zum Mittelpunkt einer eigenen Filmreihe. Darüber hinaus spielte Krause wichtige Rollen in „Wir können auch anders…“ und „Schultze Gets the Blues“. Auch seine Darstellung des Paul Krüger gehört zu seinen bekannten Fernseharbeiten.
Wie viele Polizeiruf-110-Fälle spielte Horst Krause?
Horst Krause war zwischen 1998 und 2015 in insgesamt 25 Fällen von Polizeiruf 110 als Polizeihauptmeister Krause zu sehen. Seine Figur arbeitete dabei mit unterschiedlichen Ermittlerinnen zusammen. Im Film „Ikarus“ wurde die Figur schließlich in den Ruhestand verabschiedet. Danach blieb Krause dem Fernsehen mit seiner eigenen Filmreihe erhalten.
Welche Krause-Filme gibt es?
Die eigenständige Filmreihe umfasst neun Produktionen. Dazu gehören „Krauses Fest“, „Krauses Kur“, „Krauses Braut“, „Krauses Geheimnis“, „Krauses Glück“, „Krauses Hoffnung“, „Krauses Umzug“, „Krauses Zukunft“ und „Krauses Weihnacht“. Die Filme konzentrieren sich stärker auf das Privatleben und die Umgebung des Polizeihauptmeisters als auf klassische Kriminalfälle. „Krauses Weihnacht“ aus dem Jahr 2022 war der letzte Film der Reihe.
Woran starb Horst Krause?
Horst Krause starb am 5. September 2025 im Alter von 83 Jahren in Teltow. Die hier zugrunde gelegten zuverlässigen Berichte bestätigen seinen Tod und seinen letzten Aufenthaltsort, nennen jedoch keine bestätigte Todesursache. Deshalb sollten Angaben zu einer angeblichen Erkrankung oder Todesursache nicht als Tatsache dargestellt werden. Sein Tod wurde von seiner Familie und anschließend von Medien und Weggefährten öffentlich bekannt gemacht.
Fazit
Horst Krause war weit mehr als der Polizeihauptmeister aus Polizeiruf 110. Seine Laufbahn begann ungewöhnlich mit einer Ausbildung zum Dreher, führte über eine professionelle Schauspielausbildung und viele Jahre Theaterarbeit und entwickelte sich schließlich zu einer erfolgreichen Film- und Fernsehkarriere. Mit „Wir können auch anders…“ und „Schultze Gets the Blues“ bewies er, dass er auch anspruchsvolle Kinorollen tragen konnte. Gleichzeitig machten ihn der Polizeihauptmeister Krause und später Paul Krüger zu einem vertrauten Gesicht des deutschen Fernsehens.
Seine besondere Stärke lag in Figuren, die nicht künstlich wirkten. Horst Krause konnte einfache, eigenwillige und manchmal störrische Menschen spielen, ohne ihnen ihre menschliche Wärme zu nehmen. Gerade deshalb blieb seine Darstellung beim Publikum hängen. Mit seinem Tod im Jahr 2025 endete eine lange Schauspielkarriere, deren wichtigste Figuren auch danach Teil der deutschen Fernsehgeschichte bleiben.
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